In den Startlöchern: The Boda Boda Book

Boda Bodas sind die Lebensader der Städte Ugandas, sie sind – im Vergleich zu modernen Motorrädern – massive Stahlkolosse, sie sind eine eigene Subkultur und je nach Perspektive sind sie vom Aussterben bedroht.

Boda Bodas, die Motorradtaxis in den Städten Ostafrikas sind eine Lösung für wachsende Verkehrsprobleme, eine Zukunftsperspektive für junge Männer die sonst keine hätten, ein millionenschwerer Wirtschaftsfaktor und manchmal auch ein Ärgernis: Bis zu 200.000 Motorräder allein auf den Straßen von Kampala sollen für ein Viertel aller Verkehrsunfälle mit Verletzten verantwortlich sein.

Wirtschaftsfaktor Boda Boda

Andererseits verdienen Boda Boda-Fahrer ein Vielfaches des ugandischen Durchschnittsgehalts, die Branche erhält (Familienmitglieder eingerechnet) über zwei Millionen Menschen (das sind fünf Prozent der Bevölkerung Ugandas) und bietet sowohl im dichten urbanen Verkehr als auch in ländlichen Regionen das einzig leistbare und effektive Transportmittel.

Und schließlich ist die Bike-Branche nicht zuletzt deshalb so anziehungskräftig und erfolgreich, weil sie komplett unreguliert ist: Führerschein ist nicht wirklich notwendig, Lizenzen gibt es nicht und auch steuerlich sind die meisten Fahrer nicht erfasst.

Versuche der Stadtverwaltung, den Wildwuchs einzudämmen, scheiterten an der Undurchsichtigkeit des Marktes, an der Tatsache, das Boda Bodas einfach notwendig sind, und sogar auch am Veto des Präsidenten – der zwei Millionen potenzielle Wähler nicht vergraulen wollte.

Die Boda Boda-Szene als Grassroots-Entwicklung

Was mit politischer Gewalt nicht durchzusetzen war, haben Fahrer und Kunden jetzt selbst geregelt: Zahlreiche Organisationen sorgen mit Fahrtrainings und Erste Hilfe-Ausbildungen für mehr Sicherheit, Fahrer unterliegen der Selbstkontrolle durch ihre Peers und in manchen Städten setzen sich sogar Empfehlungen für fixe Fahrpreise durch. Fahrgäste sind skeptischer und wählerischer geworden und achten auf die Vertrauenswürdigkeit der Fahrer. Die wiederum werben mit bunten Dekorationen am ihren Motorrädern – von Bibelsprüchen über Fahnen, Plastikblumen, bunten Sitzbezügen oder bemalten Auspuffrohren bis hin zu Sonnenschirmen – um die Gunst ihrer Kunden.

Boda Boda-Fotoband

„The Boda Boda Book“ wird eine Fotodokumentation dieser Szene – möglicherweise auch in ihren letzten Jahren, bevor Regulierungen, Verbote oder auch einfach nur Weiterentwicklungen das Bild massiv verändern.

 

Im September starten wir eine Kickstarter-Kampagne, um das als Bildband mit Reportagen und Fakten geplante Buch realisieren zu können; als Bonustrack wird es dann auch Filmausschnitte geben.

Wer bis dahin auf dem Laufenden bleiben möchte:

Die Facebook-Seite hat laufend neue Updates; auf Instagram posten wir unter #bodabodabook.

Und auf der Webseite kann man seine Mailadresse hinterlassen – wir sagen bescheid, wenn es losgeht.

 

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